Katalog-ArchivSeptember 2016 → Alexander Schönauer (München 1871 - Hamburg 1955) - Seltener Jugendstil-Pokal als Hochzeitsbaum

Alexander Schönauer (München 1871 - Hamburg 1955) - Seltener Jugendstil-Pokal als Hochzeitsbaum


Seltener Jugendstil-Pokal als Hochzeitsbaum

Lot-Nr. 390 | Alexander Schönauer (München 1871 - Hamburg 1955)


Seltener Jugendstil-Pokal als Hochzeitsbaum | Mindestpreis 2.500 €

Hamburg, 1909. Silber, gegossen, getrieben, graviert und tlw. vergoldet, gest. '800', Krone und Halbmond, Hamburger Stadtmarke und eingeschlagener Namenszug 'A. Schönauer', Besatz von Halbedelsteinen u. a. Türkise. Der an barocke Formsprache anmutende Pokal wurde zu einem 25 jährigen Hochzeitsjubiläum von Alexander Schönauer entworfen und gefertigt. Schönauer gestaltete den Pokal in Form eines Hochzeitsbaumes, der als Symbol für ein langes gemeinsames Leben steht. Aus dem konischen Rundfuss mit reliefiertem Wurzelwerk entwachsen zwei sich umschlingende Äste, besetzt mit Türkis-Steinchen und mit eingearbeiteten, miteinander verschlungenen Eheringen. Die kugelige Kuppa gestaltet als Baumkrone mit reliefierten Blättern und fein gravierten Blüten zwischen Astwerk. Der breite, abgesetzte Lippenrand mit Nennung der 5 gemeinsamen Kinder in stilisierter Jugendstil-Typographie. Der Rundfuss mit gravierter Inschrift: '25. Mai 1884 - 1909'. H. 21 cm, Gew. Ca. 410 g. (Vgl. K. Hüseler: Alexander Schönauer, sein Leben und sein Werk, Hamburg, 1946 (ungedrucktes Manuskript); Hermann Jedding, Ausst. Kat. Historismus, Hamburg, 1977, S. 489, dort weitere Literaturverweise; E. Schliemann (Hrsg.): Die Goldschmiede Hamburgs, Hamburg, 1985, Bd. I, S. 113-116 u. 218-226; M. Heyl (Hrsg.), Der Hamburger Silberschatz, München, 1997). - Alexander Schönauer zählt zu den stilprägenden Goldschmieden zwischen Historismus und Jugendstil und hinterließ "ein Werk von erstaunlicher Vielfalt, Opulenz und Feinheit". Seine außergewöhnliche künstlerische Begabung wurde früh erkannt. Nach einer Lehre im Meisteratelier von Fritz von Miller in München und Studienaufenthalten u.a. in Paris, Brüssel und Amsterdam konnte Justus Brinckmann, Gründer und erster Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe, den Künstler 1895 anregen, nach Hamburg überzusiedeln und hier eine eigene Werkstatt zu gründen. Mit dem 1896 geschaffenen Straußeneipokal für den Hamburger Industriellen und Kunstsammler Theodor Heye bewies Sch. seine vollendeten technischen Fähigkeiten und konnte in den Folgejahren zwischen 1899 und 1914 nahezu alle Ehrengeschenke, Tafelaufsätze etc. für den neuen Ratssilberschatz des Hamburger Senats ausführen. Es erfolgte die Ernennung zum Senatsgoldschmied der Freien und Hansestadt Hamburg, 1900 erhielt Sch. auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille, von 1906-1934 leitete er die Metall- und Goldschmiedeklasse an der Hamburger Landeskunstschule, 1945 wurde ihm der Goldene Ehrenring der Gesellschaft für Goldschmiedekunst verliehen. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Otto Stüber (1885-1973) und Christoph Kay (1869-1943), den Hauptvertretern des 'Hamburger Art déco'.

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