April 2015 Kunst und Antiquitäten → Außergewöhnlicher, repräsentativer Prunkpokal als Siegespreis des XVI. Deutschen Bundesschießens in Hamburg

Kunstauktion 26. September 2020 - Lot-Nr. 990


Außergewöhnlicher, repräsentativer Prunkpokal als Siegespreis des XVI. Deutschen Bundesschießens in Hamburg
Außergewöhnlicher, repräsentativer Prunkpokal als Siegespreis des XVI. Deutschen Bundesschießens in Hamburg  - Bild 1

Lot-Nr. 990 | Alexander Schönauer (München 1871 - Hamburg 1955)


Außergewöhnlicher, repräsentativer Prunkpokal als Siegespreis des XVI. Deutschen Bundesschießens in Hamburg | Aufrufpreis 28.000 €

Hamburg, 1909. Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, graviert und teilvergoldet, gest. '800', Halbmond und Krone, Hamburger Stadtmarke, eingeschlagener Namenszug: 'A. SCHÖNAUER', und Malachit. Prunkpokal in Form eines Römers, aus zwei Silberplatten getrieben: um den großen runden Fuß Kielbogenbuckel, dazwischen stilisierte Maiglöckchenblüten und Schweifornament. Die Kuppa wird von einem breiten Blattrankenfries mit Tieren des Waldes umlaufen. Aus einem Stück getriebener Deckel: Als Bekrönung in teilvergoldetem Laubwerk ein faustgroßer Malachit, auf dem als Patron der Schützen und Schützengilden St. Hubertus mit dem Hirsch aufgesetzt ist. H. 75 cm, Dm. im Fuß 35 cm. - Der Prunkpokal, gestiftet vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, wurde Malermeister Hermann Raabe nach seinem Sieg in Hamburg als 1. Preis des XVI. Deutschen Bundesschießens vom 5. - 13. Juli 1909 mit der goldenen Senatsmedaille überreicht. Den Geldbetrag von 3000.- Goldmark, die der Senat dem Schützenkönig bot, um die Silberschmiedearbeit dem Senatsschatz zuzuführen, lehnte Raabe ab. - Der Goldschmied Alexander Schönauer, dessen Vorliebe großen, repräsentativen Aufträgen galt, bewies mit dem 'Hubertus-Deckelpokal' seine Meisterschaft in der Kombination historischer Stilelemente mit Formen des Jugendstils: die barocke Form des Römers mit spätgotischen Buckelungen am Fuß und historisierenden Ornamenten verfremdete er gekonnt in der Formensprache des Jugendstils. Provenienz: aus einer norddeutschen Privatsammlung. - Alexander Schönauer zählt zu den stilprägenden Goldschmieden zwischen Historismus und Jugendstil und hinterließ "ein Werk von erstaunlicher Vielfalt, Opulenz und Feinheit". Seine außergewöhnliche künstlerische Begabung wurde früh erkannt. Nach einer Lehre im Meisteratelier von Fritz von Miller in München und Studienaufenthalen u.a. in Paris, Brüssel und Amsterdam konnte Justus Brinckmann, Gründer und erster Direktor des Museums für Kunst und Gewerbe, den Künstler 1895 anregen, nach Hamburg überzusiedeln und hier eine eigene Werkstatt zu gründen. Mit dem 1896 geschaffenen Straußeneipokal für den Hamburger Industriellen und Kunstsammler Theodor Heye bewies Sch. seine vollendeten technischen Fähigkeiten und konnte in den Folgejahren zwischen 1899 und 1914 nahezu alle Ehrengeschenke, Tafelaufsätze etc. für den neuen Ratssilberschatz des Hamburger Senats ausführen. Es erfolgte die Ernennung zum Senatsgoldschmied der Freien und Hansestadt Hamburg, 1900 erhielt Sch. auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille, von 1906-1934 leitete er die Metall- und Goldschmiedeklasse an der Hamburger Landeskunstschule, 1945 wurde ihm der Goldene Ehrenring der Gesellschaft für Goldschmiedekunst verliehen. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Otto Stüber (1885-1973) und Christoph Kay (1869-1943), den Hauptvertretern des 'Hamburger Art déco'. Lit.: K. Hüseler: Alexander Schönauer, sein Leben und sein Werk, Hamburg, 1946 (ungedrucktes Manuskript); Hermann Jedding, Ausst. Kat. Historismus, Hamburg, 1977, S. 489, dort weitere Literaturverweise; E. Schliemann (Hrsg.): Die Goldschmiede Hamburgs, Hamburg, 1985, Bd. I, S. 113-116 u. 218-226; M. Heyl (Hrsg.), Der Hamburger Silberschatz, München, 1997.

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