Kleine Rasende
Gerhard Marcks (Berlin 1889 - Burgbrohl 1981)
Lot-Nr. 595
Aufrufpreis: 3.800 €
1944. Bronze, braun patiniert. H. 39 x 9 x 14,5 cm. Künstlersignet auf der Plinthe. Minimale Spuren von Oxidation auf der Plinthe. Expressive weibliche Figur, die an Ernst Barlachs 'Ekstatische Frau' von 1920 erinnert, sich aber auch im gleichzeitigen Holzschnittwerk von Marcks findet, beispielsweise in dem Blatt 'Der Fluch' von 1944. Laut Rudloff geht die Figur auf einen früheren Entwurf zurück (vgl. Entwurfsskizze, vermutlich aus dem Beginn der dreißiger Jahre) - Literatur: WVZ Rudloff 455 (Rudloff nennt insgesamt 5 Güsse, davon 1 ohne Nummerierung im Gerhard-Marcks-Haus, Bremen (Inv. Nr. 43/71, 1 Guss ohne Nummerierung in der Staatlichen Galerie Moritzburg, Halle (Inv. Nr. III 40), 1 Guss ohne Nummerierung im Kunsthandel sowie 2 Güsse ohne Nummerierung mit Verbleib unbekannt - Provenienz: Ehemals Sammlung Prof. Dr. H. Stubbe, Gatersleben; seitdem durch Erbgang. - Gerhard Marcks zählt neben Lehmbruck und Barlach zu den bedeutendensten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Ab 1907 teilte er sich ein Atelier mit R. Scheibe, erste autodidaktische Tierplastiken nach Studien im Zoologischen Garten von Berlin zeigen die Nähe zum Oeuvre des Tierbildhauers A. Gaul, der ihn als Modelleur an die Schwarzburger Werkstätten vermittelte. 1918 wurde er durch B. Paul an die Berliner Kunstgewerbeschule berufen, bevor W. Gropius ihn 1919 als Leiter der Bauhaus-Töpferei nach Weimar abwarb. Dort traf er 1921 L. Feininger, der ihn zur Beschäftigung mit dem Holzschnitt anregte. 1928 erhielt er den Villa-Romana-Preis u. übernahm die Leitung der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. 1933 von den Nazis aus dem Lehramt entlassen, verbrachte er die Jahre des inneren Exils in Ahrenshoop. Ab 1945 unterrichtete er an der Landeskunstschule Hamburg, 1950 übersiedelte er nach Köln. Marcks schuf zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum. Er thematisierte als Bildhauer wie als Zeichner den Menschen, dabei wurde die archaische Kunst Ausgangspunkt für eine beseelte, in sich ruhende Kunstform. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die 'Bremer Stadtmusikanten'. Mus.: Bremen (Gerhard Marcks Haus), Köln (Wallraf-Richartz-Mus.), Hannover u.a. Lit.: Thieme-Becker, Vollmer, Der Neue Rump; Rudloff, Martina. Gerhard Marcks. Das plastische Werk. Bremen, 1977
Gerhard Marcks: Kleine Rasende
Gerhard Marcks (Berlin 1889 - Burgbrohl 1981)
Kleine Rasende
Lot-Nr. 595
Aufrufpreis: 3.800 €
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| Datierung: | 1944 |
|---|---|
| Technik/Medium: | Bronze, braun patiniert |
| Maße: | H. 39 x 9 x 14,5 cm |
| Bezeichnung/Marke: | Künstlersignet auf der Plinthe |
| Zustand: | Minimale Spuren von Oxidation auf der Plinthe |
| Beschreibung: | Expressive weibliche Figur, die an Ernst Barlachs 'Ekstatische Frau' von 1920 erinnert, sich aber auch im gleichzeitigen Holzschnittwerk von Marcks findet, beispielsweise in dem Blatt 'Der Fluch' von 1944. Laut Rudloff geht die Figur auf einen früheren Entwurf zurück (vgl. Entwurfsskizze, vermutlich aus dem Beginn der dreißiger Jahre) |
| Literatur: | WVZ Rudloff 455 (Rudloff nennt insgesamt 5 Güsse, davon 1 ohne Nummerierung im Gerhard-Marcks-Haus, Bremen (Inv. Nr. 43/71, 1 Guss ohne Nummerierung in der Staatlichen Galerie Moritzburg, Halle (Inv. Nr. III 40), 1 Guss ohne Nummerierung im Kunsthandel sowie 2 Güsse ohne Nummerierung mit Verbleib unbekannt |
| Provenienz: | Ehemals Sammlung Prof. Dr. H. Stubbe, Gatersleben; seitdem durch Erbgang. |
Vita:
Gerhard Marcks zählt neben Lehmbruck und Barlach zu den bedeutendensten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Ab 1907 teilte er sich ein Atelier mit R. Scheibe, erste autodidaktische Tierplastiken nach Studien im Zoologischen Garten von Berlin zeigen die Nähe zum Oeuvre des Tierbildhauers A. Gaul, der ihn als Modelleur an die Schwarzburger Werkstätten vermittelte. 1918 wurde er durch B. Paul an die Berliner Kunstgewerbeschule berufen, bevor W. Gropius ihn 1919 als Leiter der Bauhaus-Töpferei nach Weimar abwarb. Dort traf er 1921 L. Feininger, der ihn zur Beschäftigung mit dem Holzschnitt anregte. 1928 erhielt er den Villa-Romana-Preis u. übernahm die Leitung der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. 1933 von den Nazis aus dem Lehramt entlassen, verbrachte er die Jahre des inneren Exils in Ahrenshoop. Ab 1945 unterrichtete er an der Landeskunstschule Hamburg, 1950 übersiedelte er nach Köln. Marcks schuf zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum. Er thematisierte als Bildhauer wie als Zeichner den Menschen, dabei wurde die archaische Kunst Ausgangspunkt für eine beseelte, in sich ruhende Kunstform. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die 'Bremer Stadtmusikanten'. Mus.: Bremen (Gerhard Marcks Haus), Köln (Wallraf-Richartz-Mus.), Hannover u.a. Lit.: Thieme-Becker, Vollmer, Der Neue Rump; Rudloff, Martina. Gerhard Marcks. Das plastische Werk. Bremen, 1977
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