Abendwolken
Hermann Max Pechstein (Zwickau 1881 - Berlin 1955)
Lot-Nr. 419
Aufrufpreis: 160.000 €
1922. Öl/Leinwand. 79 x 100 cm. Links unten signiert und datiert HMPechstein 1922. Retuschen. Doubliert. Pechstein war auf der Suche nach einem neuen Urlaubsort, nachdem Nidden 1920 unter Völkerbundsmandat gestellt worden war. Nur mit einem Rucksack machte er sich zu Fuß auf nach Westen und fand 1921 das touristisch noch kaum erschlossene Leba in Pommern, das für die nächsten 24 Jahre zum Ort seiner Sommeraufenthalte werden sollte. Schon 1923 heiratete er dort die aus dem Ort stammende Marta Möller. Gerade die ersten Jahre in Leba waren für Pechstein auch künstlerisch sehr produktiv, und die Werke wurden von der Kritik wohlwollend aufgenommen. Den hier gezeigten Hafen von Leba mit der markanten Nebelglocke für die Schifffahrt im Hintergrund malte er in vielen auch jahreszeitlichen Variationen. Neben dem Verlauf des Flusses Leba erzeugen die glühenden Wolken und deren Spiegelungen im Fluss, dazu die Horizontlinie eine starke Dynamik ins Bildzentrum. - Literatur: Werkverzeichnis: Soika II, 1922/22. Wir danken Aya Soika für weitere wertvolle Informationen - Provenienz: 1946 ausweislich eines Fotos im Besitz des Künstlers; Leonard Hutton Galleries, New York, 1975; Galerie Franke, München 1975; Auktionshaus Hauswedell, Hamburg, 206. Auktion, 7.6.1975, Kat.-Nr. 1431; zuletzt Privatsammlung Hamburg - Deutscher Maler und Graphiker der 'Brücke', einer der bedeutendsten Expressionisten. Nach einer Ausbildung zum Maler studierte P. an der Gewerbeschule und an der Akademie Dresden, zuletzt 1903-06 als Meisterschüler von O. Gussmann. Bereits 1906 schloss er sich der Künstlergruppe 'Brücke' an. Im Jahr darauf ermöglichte ihm ein Stipendium, Italien und Paris zu bereisen. P. ließ sich anschließend in Berlin nieder, wo er Mitglied der Secession und Präsident der Neuen Secession wurde, was 1912 zu seinem Ausschluss aus der 'Brücke' führte. 1918 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der 'Novembergruppe'. Die Professur an der Berliner Akademie, die er seit 1923 innegehabt hatte, wurde ihm 1933 von den Nationalsozialisten entzogen. 1937 wurde er auch aus der Akademie ausgeschlossen und zahlreiche seiner Werke in der Ausstellung 'Entartete Kunst' gezeigt. Er verbrachte die innere Emigration überwiegend in Pommern. Bereits 1945 wurde P. wieder Professor an der Akademie der Künste in Berlin und erhielt in der Folge zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Seine Werke wurden 1955 posthum auf der Documenta I ausgestellt. Mus.: Berlin (Brücke-Museum, Nat.-Gal.), Dresden (Gem.-Gal.), Köln (Mus. Ludwig, Wallraf-Richartz-Mus.), Zwickau (Pechstein-Mus.), Zürich (Kunsthaus), Ludwigshafen (Wilhelm-Hack-Mus.) u.a. Lit.: Thieme-Becker, Vollmer u.a.
Hermann Max Pechstein: Abendwolken
Hermann Max Pechstein (Zwickau 1881 - Berlin 1955)
Abendwolken
Lot-Nr. 419
Aufrufpreis: 160.000 €
Gebot abgeben Künstler merken Drucken Details anfordern
| Datierung: | 1922 |
|---|---|
| Technik/Medium: | Öl/Leinwand |
| Maße: | 79 x 100 cm |
| Bezeichnung/Marke: | Links unten signiert und datiert HMPechstein 1922 |
| Zustand: | Retuschen. Doubliert |
| Beschreibung: | Pechstein war auf der Suche nach einem neuen Urlaubsort, nachdem Nidden 1920 unter Völkerbundsmandat gestellt worden war. Nur mit einem Rucksack machte er sich zu Fuß auf nach Westen und fand 1921 das touristisch noch kaum erschlossene Leba in Pommern, das für die nächsten 24 Jahre zum Ort seiner Sommeraufenthalte werden sollte. Schon 1923 heiratete er dort die aus dem Ort stammende Marta Möller. Gerade die ersten Jahre in Leba waren für Pechstein auch künstlerisch sehr produktiv, und die Werke wurden von der Kritik wohlwollend aufgenommen. Den hier gezeigten Hafen von Leba mit der markanten Nebelglocke für die Schifffahrt im Hintergrund malte er in vielen auch jahreszeitlichen Variationen. Neben dem Verlauf des Flusses Leba erzeugen die glühenden Wolken und deren Spiegelungen im Fluss, dazu die Horizontlinie eine starke Dynamik ins Bildzentrum. |
| Literatur: | Werkverzeichnis: Soika II, 1922/22. Wir danken Aya Soika für weitere wertvolle Informationen |
| Provenienz: | 1946 ausweislich eines Fotos im Besitz des Künstlers; Leonard Hutton Galleries, New York, 1975; Galerie Franke, München 1975; Auktionshaus Hauswedell, Hamburg, 206. Auktion, 7.6.1975, Kat.-Nr. 1431; zuletzt Privatsammlung Hamburg |
Vita:
Deutscher Maler und Graphiker der 'Brücke', einer der bedeutendsten Expressionisten. Nach einer Ausbildung zum Maler studierte P. an der Gewerbeschule und an der Akademie Dresden, zuletzt 1903-06 als Meisterschüler von O. Gussmann. Bereits 1906 schloss er sich der Künstlergruppe 'Brücke' an. Im Jahr darauf ermöglichte ihm ein Stipendium, Italien und Paris zu bereisen. P. ließ sich anschließend in Berlin nieder, wo er Mitglied der Secession und Präsident der Neuen Secession wurde, was 1912 zu seinem Ausschluss aus der 'Brücke' führte. 1918 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der 'Novembergruppe'. Die Professur an der Berliner Akademie, die er seit 1923 innegehabt hatte, wurde ihm 1933 von den Nationalsozialisten entzogen. 1937 wurde er auch aus der Akademie ausgeschlossen und zahlreiche seiner Werke in der Ausstellung 'Entartete Kunst' gezeigt. Er verbrachte die innere Emigration überwiegend in Pommern. Bereits 1945 wurde P. wieder Professor an der Akademie der Künste in Berlin und erhielt in der Folge zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Seine Werke wurden 1955 posthum auf der Documenta I ausgestellt. Mus.: Berlin (Brücke-Museum, Nat.-Gal.), Dresden (Gem.-Gal.), Köln (Mus. Ludwig, Wallraf-Richartz-Mus.), Zwickau (Pechstein-Mus.), Zürich (Kunsthaus), Ludwigshafen (Wilhelm-Hack-Mus.) u.a. Lit.: Thieme-Becker, Vollmer u.a.
Bitte anmelden, um Gebote abzugeben oder Details anzufordern
Bitte melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Ihrem Passwort an.