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Violiniste au Chapeau

Marc Chagall (Witebsk 1887 - St.-Paul-de-Vence 1985)


Violiniste au Chapeau

Lot-Nr. 258

Zuschlag: 30.000 €


Buntstift, Pastell und Tinte. 54,5 x 44,5 cm. R. u. sign. und dat. Marc Chagall 1940, verso frz. Zollstempel, unter Passepartout und Glas gerahmt. Wie andere gute Künstler beherrscht Chagall die Kunst des Weglassens. Mit wenigen sicheren Strichen in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau legt er das Grundgerüst der Komposition fest. Farbliche Ergänzungen in Grün und Orange tragen zur Ausgewogenheit des Kolorits bei, feine Binnenzeichnungen sorgen für Leben und Bewegung. Heiterkeit, Musik, Tanz, Zirkus - die bei Chagall immer wiederkehrenden Themen einer großen Lebensbejahung - prägen auch dieses Motiv von 1940. Es lässt nicht erahnen, in welch für den Künstler schwierigen Zeit es entstand. 1937 waren viele seiner Werke in Deutschland als 'entartet' beschlagnahmt worden. Wegen des auch in Frankreich zunehmenden Antisemitismus und unter dem steigenden Druck der deutschen Judenverfolgung hatte Chagall sich erst ein Jahr vor Entstehung dieses farbenfrohen Motivs in den Süden seiner Wahlheimat Frankreich zurückgezogen. Als er auch dort nicht mehr sicher war, emigrierte er 1941 in die USA. Dennoch - Chagalls 'Violiniste au Chapeau' geht lächelnd in seiner Musik auf. Die Farben strahlen Wärme aus. Der Geiger und seine Begleiter, der tanzende Clown und die Ballerina im Hintergrund, sammeln sich in einer geschlossenen Komposition, die durch die weiten Bögen von Arm des Geigers, Körper des Clowns und des Huts Geborgenheit zum Ausdruck bringt. - Gutachten: Jean-Louis Prat, Comité Marc Chagall, Paris 21. Juli 2014 - Provenienz: Manichi Auctions, Tokio, 1. August 2014, Kat.-Nr. 1186; Privatsammlung Japan; Christie's London, 28. Februar 2018, Kat.-Nr. 221; seitdem Privatsammlung Hamburg - Einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jhs., dessen Anfänge im Fauvismus lagen und der später zu einer unverwechselbar lyrisch-modernen Ausdrucksform fand. C. besuchte in St. Petersburg private Malschulen, nachdem seine Aufnahme an der Akademie gescheitert war. Mit Hilfe eines Stipendiums konnte er 1910 nach Paris übersiedeln, wo er bald Anschluss an die avantgardistische Kunstszene fand und an den maßgeblichen Ausstellungen teilnehmen konnte. Während eines Russlandbesuchs brach der erste Weltkrieg aus und verhindete C.s Rückreise nach Paris. Er konnte sich als Kulturfunktionär der Revolution nicht gegen Malewitsch durchsetzen und kehrte nach Station in Berlin nach Frankreich zurück. Die Judenverfolgung zwang ihn 1941-48 ins New Yorker Exil, wo er mit einer Retrospektive im MoMA gewürdigt wurde. Zurück in Frankreich stellte er in vielen bedeutenden europäischen Museen sowie auf der Documenta aus und erhielt wichtige öffentliche Aufträge. Mus.: New York (MoMA, Guggenheim Mus.), Paris (Centre Pompidou), London (Tate), Amsterdam (Stedelijk Mus.), Zürich (Kunsthaus), Chicago (Art Institute) u.a. Lit.: AKL, Mourlot/Sorlie: Chagall - Lithographe u.a.

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Marc Chagall: Violiniste au Chapeau


Marc Chagall (Witebsk 1887 - St.-Paul-de-Vence 1985)

Violiniste au Chapeau

Lot-Nr. 258

Zuschlag: 30.000 €

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Buntstift, Pastell und Tinte. 54,5 x 44,5 cm. R. u. sign. und dat. Marc Chagall 1940, verso frz. Zollstempel, unter Passepartout und Glas gerahmt. Wie andere gute Künstler beherrscht Chagall die Kunst des Weglassens. Mit wenigen sicheren Strichen in den Primärfarben Rot, Gelb und Blau legt er das Grundgerüst der Komposition fest. Farbliche Ergänzungen in Grün und Orange tragen zur Ausgewogenheit des Kolorits bei, feine Binnenzeichnungen sorgen für Leben und Bewegung. Heiterkeit, Musik, Tanz, Zirkus - die bei Chagall immer wiederkehrenden Themen einer großen Lebensbejahung - prägen auch dieses Motiv von 1940. Es lässt nicht erahnen, in welch für den Künstler schwierigen Zeit es entstand. 1937 waren viele seiner Werke in Deutschland als 'entartet' beschlagnahmt worden. Wegen des auch in Frankreich zunehmenden Antisemitismus und unter dem steigenden Druck der deutschen Judenverfolgung hatte Chagall sich erst ein Jahr vor Entstehung dieses farbenfrohen Motivs in den Süden seiner Wahlheimat Frankreich zurückgezogen. Als er auch dort nicht mehr sicher war, emigrierte er 1941 in die USA. Dennoch - Chagalls 'Violiniste au Chapeau' geht lächelnd in seiner Musik auf. Die Farben strahlen Wärme aus. Der Geiger und seine Begleiter, der tanzende Clown und die Ballerina im Hintergrund, sammeln sich in einer geschlossenen Komposition, die durch die weiten Bögen von Arm des Geigers, Körper des Clowns und des Huts Geborgenheit zum Ausdruck bringt. - Gutachten: Jean-Louis Prat, Comité Marc Chagall, Paris 21. Juli 2014 - Provenienz: Manichi Auctions, Tokio, 1. August 2014, Kat.-Nr. 1186; Privatsammlung Japan; Christie's London, 28. Februar 2018, Kat.-Nr. 221; seitdem Privatsammlung Hamburg - Einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jhs., dessen Anfänge im Fauvismus lagen und der später zu einer unverwechselbar lyrisch-modernen Ausdrucksform fand. C. besuchte in St. Petersburg private Malschulen, nachdem seine Aufnahme an der Akademie gescheitert war. Mit Hilfe eines Stipendiums konnte er 1910 nach Paris übersiedeln, wo er bald Anschluss an die avantgardistische Kunstszene fand und an den maßgeblichen Ausstellungen teilnehmen konnte. Während eines Russlandbesuchs brach der erste Weltkrieg aus und verhindete C.s Rückreise nach Paris. Er konnte sich als Kulturfunktionär der Revolution nicht gegen Malewitsch durchsetzen und kehrte nach Station in Berlin nach Frankreich zurück. Die Judenverfolgung zwang ihn 1941-48 ins New Yorker Exil, wo er mit einer Retrospektive im MoMA gewürdigt wurde. Zurück in Frankreich stellte er in vielen bedeutenden europäischen Museen sowie auf der Documenta aus und erhielt wichtige öffentliche Aufträge. Mus.: New York (MoMA, Guggenheim Mus.), Paris (Centre Pompidou), London (Tate), Amsterdam (Stedelijk Mus.), Zürich (Kunsthaus), Chicago (Art Institute) u.a. Lit.: AKL, Mourlot/Sorlie: Chagall - Lithographe u.a.

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