Nachverkauf Auktion am 28. November 2020: Kunst und Antiquitäten - Lot-Nr. 376


Kreuzigung
Kreuzigung  - Bild 1

Lot-Nr. 376 | Toskanischer Meister tätig Mitte 14. Jh.


Kreuzigung | Aufrufpreis 85.000 €

Tempera über Goldgrund/Lw./Holz, 69,5 x 47,5 cm, etw. rest., rentoiliert. - Eine Pigmentanalyse liegt vor. - Das wahrscheinlich für die private Andacht geschaffene Gemälde gewinnt durch die symmetrische Komposition, die mit Bedacht getroffene Anordnung von Personen und Farben und das ausgewogenen Verhältnis von freier und gestalteter Fläche, trotz des mittleren Formats, eine Monumentalität, die auch eines Altarbildes würdig wäre. Das Zentrum des Bildes nimmt Jesus Christus im Moment seines Todes ein. Sein Körper zeigt noch die Längung der gotischen Tradition, sein Körper übertrifft in seinen Abmessungen aber nicht die der anderen Personen. Auf der hierarchisch höherstehenden Seite zur Rechten des Erlösers stehen die drei Marien unter dem Kreuz, seine Mutter Maria im Moment ihrer Ohnmacht von den beiden anderen Frauen gestützt. Maria von Magdala im roten Gewand wirft vom Schmerz überwältigt die Hände in die Luft. Der Lieblingsjünger Johannes wendet sich zu ihnen um. Soeben hatte er von Jesus vom Kreuz herab den Auftrag erhalten, sich der Gottesmutter anzunehmen. Durch die anbetende Handhaltung ist Longinus kenntlich gemacht, der Jesus die Lanze in die Seite gestoßen hatte, um festzustellen, ob er schon gestorben ist. Ein Engel fängt das Blut mit einem Gefäß auf, das als Heiliger Gral so viele Legenden und Mythen bis in unsere Zeit inspiriert hat. Auf der anderen Seite werfen Männer das Los über Jesu Kleider, einer von ihnen ist durch den spitzen gelben Hut und die Schläfenlocken als Jude gekennzeichnet. Unter den berittenen Soldaten dieser Bildhälfte ist durch den Heiligenschein der Hauptmann kenntlich gemacht, der Jesus unmittelbar nach seinem Tod als den Erlöser bekannte. Der aus dem Kreuzesstamm sprießende Baum veranschaulicht die christliche Verheißung, daß mit Jesu Tod der Tod überwunden und neues Leben möglich ist. Der darauf nistende Pelikan war in Mittelalter und früher Neuzeit ein bekanntes Symbol der Nächstenliebe. Man glaubte, er nähre seine Jungvögel mit dem eigenen Blut, indem er sich mit dem Schnabel die Brust aufreiße. Obwohl keine der dargestellten Personen sich aus dem Bild herauswendet ist die Absicht des Künstlers erkennbar, den Betrachter emotional anzusprechen. So steht der stumm duldenden, im Wortsinne ohnmächtigen Trauer der Gottesmutter Maria der affektive Ausbruch der Maria Magdalena gegenüber. Longinus mit der Lanze erfährt inmitten des gewalttätigen Geschehens einen Moment der Andacht, der Hauptmann auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich von einer plötzlichen überwältigenden Erkenntnis getroffen. Die Männer im Vordergrund der rechten Seite schenken diesem dramatischen Geschehen überhaupt keine Aufmerksamkeit, denn sie haben eine Art von Geschäft abzuwickeln. - Provenienz: Nordeuropäische Privatsammlung. -

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