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Bronze-Skulptur 'Alcina II'322

Lot-Nr. 928 | Gerhard Marcks (Berlin 1889 - Burgbrohl 1981)


Bronze-Skulptur 'Alcina II' | Zuschlag 40.000 €

Entwurf 1934. Ausführung vor 1940. WVZ 291. Bronze mit dunkelbrauner Patina, H. 106 cm, verso Künstlersignet und Gießerstempel 'H. Noack Friedenau Berlin'. - Wir danken Frau Dr. Wiegartz vom Gerhard Marcks Haus in Bremen für ihre freundliche Einschätzung. - Prov.: Die Skulptur wurde auf der Ausstellung 'Deutsche Bildhauer der Gegenwart' des Hamburger Kunstvereins von 1940 gezeigt und erworben. Bestätigung und Rechnung des Hamburger Kunstvereins liegen vor. - Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten schwankt das Werk Marcks zwischen Ächtung und Achtung. Die abstrakten und expressionistischen Werke der 20er Jahre werden abgelehnt. Marcks künstlerisch folgende Hinwendung zur Antike und seiner Formsprache eines sinnenden Menschen entsprach hingegen dem Kunstverständnis der Nationalsozialisten. Es drohte ein Ausstellungs- und Arbeitsverbot. 1937 werden zwei frühe Arbeiten auf der Ausstellung 'Entartete Kunst' in München gezeigt. Nach 1933 werden Marcks Arbeiten nur noch in wenigen Galerien, Akademien und Kunstvereinen gezeigt. Neben dem Hannoverschen Kunstverein präsentiert der Hamburger Kunstverein 1936 eine Schau mit deflamierten Künstlern der Zeit, darunter auch zwei Werke von Marcks. Die vielbesuchte Ausstellung wurde von den Nationalsozialisten geschlossen. Nur wenige Jahre widmete sich der Hamburger Kunstverein erneut eine Ausstellung zu den Bildhauern der Gegenwart - darunter die 'Alcina II' von Marcks. Vgl. Ausst.-Kat. Gerhard Marcks, 1889-1981, Retrospektive, hrsg. von Martina Rudloff im Auftrag d. Gerhard Marcks-Stiftung Bremen, Bremen u.a. 1989, S. 192 ff. - Gerhard Marcks zählt neben Lehmbruck und Barlach zu den bedeutendensten deutschen Bildhauer, Graphiker und Zeichner der Gegenwart. Ab 1907 teilte er sich ein Atelier mit R. Scheibe, erste autodidaktische Tierplastiken nach Studien im Zoologischen Garten von Berlin zeigen die Nähe zum Oeuvre des Tierbildhauers A. Gaul, der ihn als Modelleur an die Schwarzburger Werkstätten vermittelt. 1918 Berufung an die Berliner Kunstgewerbeschule durch Bruno Paul, bevor W. Gropius ihn 1919 als Leiter der Bauhaus-Töpferei nach Weimar berief. Dort traf er 1921 L. Feininger, der ihn zur Beschäftigung mit dem Holzschnitt anregte, 1928 erhielt er den Villa-Romana-Preis und übernahm die Leitung der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle. 1933 von den Nazis aus dem Lehramt entlassen, verbrachte er die Jahre des inneren Exils in Ahrenshoop. 1945 Berufung an die Landeskunstschule Hamburg, 1950 Übersiedelung nach Köln. Marcks schuf zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum. Er thematisierte als Bildhauer wie als Zeichner den Menschen, dabei wurde die archaische Kunst Ausgangspunkt für eine beseelte, in sich ruhende Kunstform. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die 'Bremer Stadtmusikanten'. - Mus.: Bremen (Gerhard Marcks Haus), Köln (Wallraf-Richartz-Mus.), Hannover u.a. - Lit.: Thieme-Becker, Vollmer, Der Neue Rump u.a.

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