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Mönch und Geistlicher im Weinkeller
Mönch und Geistlicher im Weinkeller  - Bild 1

Lot-Nr. 22 | Adolph von Menzel (Breslau 1815 - Berlin 1905)


Mönch und Geistlicher im Weinkeller | Zuschlag 70.000 €

Öl/Lw., 29,5 x 26,5 cm, r. o. sign. u. dat. A. Menzel 1838, etw. Craquelé, tw. rest. - Gutachten: Bruno Grimschitz, 8. Feb. 1951. - Wir danken Frau Dr. Riemann-Reyher und Dr. Claude Keisch, Berlin, für die freundliche Unterstützung. Sie erachten das Werk für eine eigenhändige Arbeit des Künstlers. Wahrscheinlich handelt es sich um das im anläßlich der Menzel-Gedächtnisausstellung von 1905 von Hugo von Tschudi erarbeiteten WVZ und bei Boetticher erwähnte Werk. - Prov.: Heinrich Glosemeyer, Bremen, aus dessen Sammlung 1959 von einem Hamburger Sammler erworben, seitdem durch Erbgang. - Nachdem Menzel sich als Graphiker etabliert hatte, wandte er sich in den 1830er Jahren auch der Malerei zu. In der vorliegenden Szene besticht vor allem der Kontrast zwischen dem rustikalen Kellermeister mit dem großen Weinheber und dem eleganten Geistlichen, der seine Kultiviertheit zur Schau stellt, indem er sein Weinglas an der Fußplatte hält. Diese Geste war M. von den Gemälden niederländischer Altmeister bekannt, er aber spitzt sie zu einer geistreichen Pointe zu. Das Motiv hatte Menzel bereits 1835 in seiner Lithographie "Die fünf Sinne" verwendet. - Bedeutendster deutscher Realist des 19. Jhs., erhielt seine erste Ausbildung in der lithographischen Anstalt des Vaters, die er nach dessen frühen Tod bereits als 16jähriger übernehmen mußte, wenig später begann ein glanzvoller Aufstieg zum Maler des Hofes u. des Großbürgertums, unter seinen zahlreichen Ehrungen war die Ernennung zum Professor 1856 u. die Verleihung des Schwarzen Adlerordens mit Erhebung in den Adelsstand 1898, 1867 stellte er auf der Pariser Weltausstellung aus, ebenfalls in Paris fand 1885 eine Retrospektive anläßlich seines 70. Geburtstages statt, auf Anordnung des Kaisers wurde der Künstler mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Menzels Ruhm als Realist gründet sich auf die historisch genaue Schilderung vergangener und zeitgenössischer Ereignisse, aber auch auf die Fähigkeit, banalen Gegenständen mit virtuoser Technik ein scheinbares Eigenleben zu verleihen. Neben den Bildern zu Friedrich dem Großen, die M. als Maler des alten Preußen bekannt machten, stehen die Darstellungen aus dem Leben der unterschiedlichsten Menschen und Lebenssituationen, auf adeligen Bällen, im Biergarten oder in der Fabrik; das ’Eisenwalzwerk’ ist die bekannteste unter ihnen. M.’s häufig zufällig wirkende Bildausschnitte und die isoliert agierenden Personen setzen die Beziehungslosigkeit des großstädtischen Lebens in Szene. Einige seiner Gemälde weisen stilistisch auf Impressionismus u. Abstraktion voraus u. machen M. zu einem maßgeblichen Protagonisten der künstlerischen Erneuerung in Deutschland. - Mus.: Berlin (Nat.-Gal.), Hamburg (Kunsthalle), Dresden, München, Köln, Wien u.a. - Lit.: Boetticher, Thieme-Becker, Bénézit, Schmidt "A.M. - Zeichnungen", Busch "A.M. - Leben u. Werk" u.a.

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